paedagogik
Waldorfpädagogik
Erleben und Tun in der frühen Kindheit bilden weitgehend die Grundlagen für die Gesundheit des physischen Organismus, für das Seelenleben, sowie für die moralisch-geistige Entwicklung der menschlichen Individualität.
So sieht der Waldorfkindergarten seine Aufgabe vor allem darin, dem vorschulpflichtigem Kind die Fülle und Wärme des Lebens, die sein Bereich sind, zu sichern. Den offenen Sinnen des Kindes bieten sich vielfältige Eindrücke an schönen Farben, reinen Klängen, bewegten Formen und naturnahem Material. Einfaches aber künstlerisch gestaltetes Spielzeug weckt und pflegt seine lebendige Phantasiefähigkeit.
Das freie schöpferische Spiel erweist sich als eines der wichtigsten Erziehungsmittel, weil sich hier die weitreichende Intelligenz des Kindes frei entfalten kann und nicht durch abstraktes, intellektuelles Training vorzeitig eingeengt, verhärtet und automatisiert wird. Im echten Kinderspiel, das in unbefangen zwangloser Weise in fröhlicher Gemeinsamkeit gepflegt wird, werden auch die Keime unmittelbarer herzlicher Beziehung von Mensch zu Mensch veranlagt. Die Anregungen dazu werden aus dem Leben der Natur und aus den ursprünglichen Tätigkeiten des Menschen geschöpft, die das Kind noch spielend und in sinnvoller Bewegung erleben darf. Vertraute rythmische Wiederholung in Liedern und Märchen, im Tages- und Jahresablauf gibt innere Sicherheit und Ruhe.
Der dem Kinde im ersten Jahrsiebent ureigenste Drang zur Nachahmung, welcher uns seine vertrauensvolle Hingabe an die Umwelt offenbart, darf nicht enttäuscht werden und muss würdige Vorbilder finden. Wenn es ihm unbeschadet folgen darf, so erstarken daran seine innersten Persönlichkeitskräfte, und es kann aus diesem Keim in einer wunderbaren Verwandlung im späteren Leben die Fähigkeit zu freier, liebevoller Initiative erwachsen.
Bronja Zahlingen
